Lichtleiter Piazzale Roma

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Die Besonderheit Venedigs ist die stete Präsenz von Wasser. Die Bewegungen, Geräusche und Lichter des Wassers sind immer vorhanden. Die Piazzale Roma ist der Ort des Übergangs, wo die Transportsysteme aufeinandertreffen und der geregelte Straßenverkehr mit Autos und Bussen seine Geschwindigkeit und seine Grundlage verliert. Ab hier zählt eine andere Art der Fortbewegung, mit einem anderen Rhythmus. Es beginnt die Fahrt mit Booten und Vaporetti, die immer verbunden ist mit der schwankenden Bewegung des Wassers.

Wasser übt wahrscheinlich vor allem wegen seiner stetigen Bewegung eine besondere visuelle Faszination aus. Je nach Wind oder Verkehrsaufkommen auf dem Wasser, verändern sich Geschwindigkeit, Größe und Intensität der Reflexionen. Das vorgestellte Konzept will dieses Wechselspiel des Lichts aufgreifen, wobei es das physikalische Phänomen der Totalreflexion gleich zweimal ausnutzen. Einmal auf der Wasseroberfläche und ein zweites Mal in einem Bündel von Lichtleitern, das das erfasste Licht über eine Entfernung transportiert und ein fragmentiertes Bild der Wellen an ihrem Ende erzeugt. Das Ergebnis könnte als einer Wellenampel beschrieben werden, die sich genau an dem Ort findet, wo die Busse halten und die Besucher auf den neuen Rhythmus und das Tempo Venedigs eingestimmt werden.

Während des Tages erzeugt ein Heliostat einen gerichteten Lichtstrahl. Der Reflektor folgt mithilfe eines mechanischen Rotors und eines elektronischen Steuergerätes, dem Sonnenstand in einer Weise, dass stets der gleiche Punkt beleuchtet wird. Nachts kommt ein starker LED-Spot zum Einsatz, um den gleichen Effekt zu erzeugen. Rundstäbe aus Polycarbonat mit einer Dicke von etwa 4 - 6 cm werden als Lichtleiter verwendet. Sie sind kostengünstig und robust, und können in beliebigen Längen hergestellt werden. Die Stäbe können aufgrund ihrer Flexibilität in verschiedene Positionen gezwungen werden, während sie Gurte zusammenhalten. Als Stative finden Theatertraversen Verwendung.

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Betreut durch
Gastdozentin Carla Wilkins (Lichtvision GmbH, Berlin), Universität der Künste Berlin.