Berliner Nachbarschaft: Ackerplatz 2020 - JOANES-Preis

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Im Rahmen der Recherche zum Projekt zeigte sich schnell, dass es sich bei den Anwohner*innen am und um den Ackerplatz um eine – typisch berlinerische – heterogene und sehr kommunikative Mischung aus Menschen handelt, welche gerne ihre Geschichten erzählen. Diese Erfahrungen am Platz greift das Projekt „Berliner Nachbarschaft: Ackerplatz 2020“ auf. Im Rahmen einer partizipativen Phase sollen eine Vielzahl dokumentarfilmischer Miniatur-Porträts der Anwohner*innen entstehen. Die Menschen stehen dabei im Mittelpunkt. Sie werden mit ihren ganz persönlichen Geschichten und Anekdoten zum Zentrum des Projekts. An einem finalen Open-Air-Kinoabend werden diese Porträts wiedergegeben, um ein gegenseitiges Kennenlernen der Menschen am Ort und ihren Zusammenhalt zu fördern. Eine soziale Plastik entsteht. Zugleich wird der Platz als Stadtraum und als Nachbarschaft definiert und poetisch und narrativ aufgeladen.

Phase I – Gespräche/Dreharbeiten
In der einleitenden, etwa sechswöchigen Phase wird auf dem Ackerplatz ein roter Teppich ausgerollt. Er wird zum Zentrum der Begegnung. Vor und in dem bereitstehenden temporären „Produktionsbüro“ wird es regelmäßig die Möglichkeit geben, mit dem/der Künstler/in ins Gespräch zu kommen. Die postalisch informierten Anwohner*innen können hier oder an anderen Orten, bspw. in ihren Wohnungen, in Geschäften, Kneipen, sozialen Einrichtungen oder umgebenden räumlichen Situationen der/dem Künstler/in gemeinsam mit einer Kamerafrau/einem Kameramann filmische Interviews geben. Das gesammelte Material wird dramaturgisch verdichtet und in einen Rohschnitt umgesetzt (ca. 60 Min.).

Phase II – Filmvorführung/Fest
Eine Filmvorführung am Platz wird als finales Ereignis den Stadtraum Ackerplatz inszenieren. In das frühsommerliche Fest werden die Gewerbetreibenden am Ort einbezogen. Im Zentrum steht die Präsentation des Films (Rohschnitt). Darüber hinaus können weitere Produktionen gezeigt werden, die die Umgebung zum Thema haben (bspw. der DEFA-Dokumentarfilm „Berlin-Milieu: Ackerstraße 1973“). Auch das Fest wird filmisch dokumentiert. Zum Projektabschluss wird die finale Film-Dokumentation dauerhaft online zugänglich sein. Als eine Momentaufnahme setzt sie den Menschen am Ackerplatz im Jahr 2020 ein Denkmal. Das Fest könnte ggf. als „Ackerplatzfest“ jährlich wiederholt werden.

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1. Preis und Realisierungsempfehlung im Wettbewerb »Joanes Preis – Neue Ideen für soziale Stadtraumgestaltung« der JOANES-Stiftung Berlin.